Die Finanzierung des Lebenslangen Lernens - 
welche Zukunftsperspektiven gibt es?

Auf der BWB-Vortragsveranstaltung am 17. Februar 2005 kamen rd. 70 Gäste in das Kommunikationszentrum der Sparkasse Bielefeld, um die Expertenmeinung zur Finanzierung lebenslangen Lernens zu hören und darüber zu diskutieren.

Nebenstehendes Foto zeigt von rechts nach links:
Michael Fröhlich, Vorstandsmitglied der Sparkasse Bielefeld
Anne Meuer-Willuweit, Vorsitzende des BWB
Prof. Dr. Dieter Timmermann, Rektor der Universität Bielefeld
Renate Gebhardt, Geschäftsführerin des BWB

 

 

 

     Die Vorsitzende des Beruflichen Weiterbildungsverbunds 
     Bielefeld   (BWB) e.V.,
     Anne Meuer-Willuweit, begrüßte Herrn Professor 
     Dr. Dieter Timmermann und die Gäste:

Guten Tag meine Damen und Herren, 
ich freue mich, Sie im Namen des Vorstands vom Beruflichen Weiterbildungsverbund Bielefeld hier in den Räumen der Sparkasse begrüßen zu können. Da so viele gekommen sind, sehe ich, dass das Thema "Lebenslanges Lernen und seine Finanzierung" ein wichtiges Thema für alle Bildungsinteressierten ist - sei es, dass Sie sich beruflich, politisch oder privat damit beschäftigen. Herr Prof. Dr. Timmermann, der Mitglied der Expertenkommision der Bundesregierung zu dieser Thematik ist, wird uns heute die Vorschläge, die dort erarbeitet worden sind, vortragen.  

Deutschlands einzige Ressource für die Zukunft ist das Wissen in den Köpfen der Menschen. Jeder weiß, dass lebenslanges Lernen längst notwendig ist, vollmundig wird überall darüber geredet - aber wie sehen die Rahmenbedingungen dazu aus? Das, was bislang an Bildung und Weiterbildung angeboten wird, ist zum großen Teil von Seiten des Staates finanziert oder von den Unternehmen, die damit ihre Wettbewerbsfähigkeit aufrechterhalten wollen.

Hier kann man schon seit einiger Zeit Veränderungen feststellen. In vielen Unternehmen wird aufgrund des Drucks auf die Rendite immer weniger in Weiterbildung investiert und wenn, werden Eigenleistungen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen selbstverständlicher - meist in der Form, dass Freizeit eingebracht wird. Da, wo Belegschaften teils drastisch reduziert werden, findet in der Regel keine Weiterbildung mehr statt.

Der Staat hat leere Kassen und diskutiert, vertreten durch die Politik, Studiengebühren und fordert mehr Eigenleistung seiner Bürger ein. Die Bundesagentur für Arbeit, die früher in großem Umfang einen Bildungs- und Weiterbildungsauftrag wahrgenommen hat, hat durch die Hartz IV-Reformen umgesteuert und setzt stärker auf Vermittlung und punktuelle Bildungsmaßnahmen. 

Auch die Interessenlagen der Bildungskonsumenten, die immer von sich aus in ihre Weiterentwicklung investiert haben, verändern sich. Früher nahmen viele an Weiterbildungen teil, um Argumente für den beruflichen Aufstieg zu haben. Zum Beispiel machte jemand die Technikerausbildung, weil mit dem Arbeitgeber geklärt war, dass es hinterher ein Stelle im Unternehmen dafür gab. Diese Stellen sind jedoch heute oft gar nicht mehr vorhanden. Und dann wundert es mich nicht, wenn ich höre: Wozu soll ich mir das antun, wenn es hinterher keinen Job dafür gibt. 

Bildung und Weiterbildung muss Perspektiven für die Zukunft bieten. Nur dann wird die stets geforderte eigene Investition in Konkurrenz zur anderen Vorsorgeausgaben, die auch immer mehr in die private Zuständigkeit geschoben werden, eine Chance haben.

Herr Prof. Dr. Timmermann, ich bin sehr gespannt, welche Lösungsansätze Sie mit der Kommission entwickelt haben, um das notwendige lebenslange Lernen finanzierbar zu machen.

 Herzlich willkommen beim BWB, Sie haben das Wort.

Prof. Dr. Dieter Timmermann, Rektor der Universität Bielefeld, Professor für Bildungsökonomie, Bildungsplanung und Bildungspolitik, Vorsitzender der Expertenkommission

 

Die grundlegenden Folien zum Vortrag von Herrn Professor Dr. Timmermann am 17. Februar 2005 können Sie sich hier ansehen oder als PowerPoint-Datei herunterladen.

 

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