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Guten
Tag meine Damen und Herren,
ich
freue mich, Sie im Namen des Vorstands vom Beruflichen
Weiterbildungsverbund Bielefeld hier in den Räumen der Sparkasse
begrüßen zu können. Da so viele gekommen sind, sehe ich, dass das
Thema "Lebenslanges Lernen und seine Finanzierung" ein
wichtiges Thema für alle Bildungsinteressierten ist - sei es, dass
Sie sich beruflich, politisch oder privat damit beschäftigen. Herr
Prof. Dr. Timmermann, der Mitglied der Expertenkommision der
Bundesregierung zu dieser Thematik ist, wird uns heute die Vorschläge,
die dort erarbeitet worden sind, vortragen.
Deutschlands
einzige Ressource für die Zukunft ist das Wissen in den Köpfen der
Menschen. Jeder weiß, dass lebenslanges Lernen längst notwendig
ist, vollmundig wird überall darüber geredet - aber wie sehen die
Rahmenbedingungen dazu aus? Das, was bislang an Bildung und
Weiterbildung angeboten wird, ist zum großen Teil von Seiten des
Staates finanziert oder von den Unternehmen, die damit ihre
Wettbewerbsfähigkeit aufrechterhalten wollen.
Hier
kann man schon seit einiger Zeit Veränderungen feststellen. In
vielen Unternehmen wird aufgrund des Drucks auf die Rendite immer
weniger in Weiterbildung investiert und wenn, werden Eigenleistungen
der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen selbstverständlicher - meist
in der Form, dass Freizeit eingebracht wird. Da, wo Belegschaften
teils drastisch reduziert werden, findet in der Regel keine
Weiterbildung mehr statt.
Der
Staat hat leere Kassen und diskutiert, vertreten durch die Politik,
Studiengebühren und fordert mehr Eigenleistung seiner Bürger ein. Die
Bundesagentur für Arbeit, die früher in großem Umfang einen
Bildungs- und Weiterbildungsauftrag wahrgenommen hat, hat durch die
Hartz IV-Reformen umgesteuert und setzt stärker auf Vermittlung und
punktuelle Bildungsmaßnahmen.
Auch
die Interessenlagen der
Bildungskonsumenten, die immer von sich aus in ihre
Weiterentwicklung investiert haben, verändern sich. Früher nahmen
viele an Weiterbildungen teil, um Argumente für den beruflichen
Aufstieg zu haben. Zum Beispiel machte jemand die
Technikerausbildung, weil mit dem Arbeitgeber geklärt war, dass es
hinterher ein Stelle im Unternehmen dafür gab. Diese Stellen sind
jedoch heute oft gar nicht mehr vorhanden. Und dann wundert es mich
nicht, wenn ich höre: Wozu soll ich mir das antun, wenn es
hinterher keinen Job dafür gibt.
Bildung
und Weiterbildung muss Perspektiven für die Zukunft bieten. Nur
dann wird die stets geforderte eigene Investition in Konkurrenz zur
anderen Vorsorgeausgaben, die auch immer mehr in die private Zuständigkeit
geschoben werden, eine Chance haben.
Herr
Prof. Dr. Timmermann, ich bin sehr gespannt, welche Lösungsansätze
Sie mit der Kommission entwickelt haben, um das notwendige
lebenslange Lernen finanzierbar zu machen.
Herzlich
willkommen beim BWB, Sie haben das Wort.
| Prof.
Dr. Dieter Timmermann, Rektor der Universität
Bielefeld, Professor für Bildungsökonomie,
Bildungsplanung und Bildungspolitik, Vorsitzender der
Expertenkommission |

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